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Geschichte im Überblick

Die Moornutzung und Torfgewinnung hat in Deutschland eine lange Tradition.
Es waren die Mönche, die bereits im 11. Jahrhundert die Moore entwässerten und urbar machten. Neben der landwirtschaftlichen Nutzung wurde in den waldarmen Gebieten auch der Torf als Brennmaterial genutzt.
Ausgehend von den Niederlanden, die schon im 16. Jahrhundert eine großflächige Brenntorfgewinnung betrieben, kam die Hochmoornutzung als Fehnkultur zur Schaffung von neuem Siedlungsraum und zur Gewinnung von Brenntorf nach Nordwestdeutschland. Die Moorbrandkultur war über viele Jahrzehnte die einzige Form der landwirtschaftlichen Hochmoornutzung mit dem Buchweizenanbau. Erst durch die Erkenntnisse von Justus von Liebig bezüglich der Pflanzenernährung und den umfangreichen Versuchen der Moorversuchsstationen war es möglich, die Hochmoore nach entsprechender Entwässerung und Aufdüngung als landwirtschaftliche Nutzfläche und Siedlungsraum großflächig zu erschließen.
Mit dem Beginn der Industrialisierung stieg der Bedarf an Brennstoff sprunghaft an.
Der in den Hochmooren vorhandene stark zersetzte Torf (SchwarztorfSchwarztorf
stark zersetzter Hochmoortorf. Zersetzungsgrad: H7-H10 (DIN 11 540)
) war ein wertvoller Energielieferant und versorgte über viele Jahrzehnte Industriebetriebe, Klinkerwerke, Glashütten und Haushalte mit Brenntorf. Sogar Torfkraftwerke wurden in Deutschland gebaut. In Wiesmoor (Ostfriesland) erzeugte das Kraftwerk von 1909 bis 1965 und in Rühle (Emsland) von 1926 bis 1974 elektrischen Strom aus Torf.
Der über dem Schwarztorf liegende wenig zersetzte Hochmoortorf (WeißtorfWeißtorf
wenige bis mäßig zersetzter Hochmoortorf. Zersetzungsgrad: H1-H6 (DIN 11 540)
) wurde über viele Jahrzehnte als Einstreu in den Viehställen (Streutorf) eingesetzt.
Nach dem 2. Weltkrieg begann die Entwicklung der Kultursubstrate auf der Basis von Hochmoortorf. Damit standen dem Erwerbsgartenbau Kultursubstrate zur Verfügung die einen industriellen Pflanzenbau, wie er heute praxisüblich ist, erst möglich machten.
Die Folgenutzung nach dem Torfabbau war schon im ersten „Moorschutzgesetz“ von 1913 festgeschrieben. Nach dem Torfabbau musste eine vorteilhafte land- und forstwirtschaftliche Folgenutzung sichergestellt werden. Bis in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts galten diese Gesetze.
In Niedersachsen, dem Bundesland mit den größten Hochmoorflächen, wurde die Folgenutzung erst mit dem „Gesetz zum Schutz der Landschaft beim Abbau von Steinen und Erden (Bodenabbaugesetz)“ im Jahr 1972 geändert. In den neu erteilten Genehmigungen stand nun, dass die Flächen nach der Torfentnahme wieder in das Wirkungsgefüge der Landschaft einzugliedern sind. Auch bei einem Teil der Altgenehmigungen wurde die Folgenutzung von Landwirtschaft in Wiedervernässung umgewandelt.

Das Moormuseum in Groß Hesepe (www.moormuseum.de) vermittelt in seiner einmaligen Ausstellung einen guten Eindruck dieser Entwicklung.

Die heute in Niedersachsen in den Hochmooren vorhandenen und unter Naturschutz stehenden Wiedervernässungsflächen sind zum größten Teil auf ehemaligen Torfgewinnungsflächen entstanden. In den kommenden Jahren werden nach Abschluß der Torfgewinnung noch weitere große Flächen hinzukommen.

News und Termine

11-05-2016

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17-12-2014

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22-07-2014

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