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Aktuelle Situation

Seit einigen Jahrzehnten wird der in Deutschland gewonnene Torf für die Substratherstellung für den professionellen Gartenbau und im Bereich der Hobbyerden (Blumenerden) eingesetzt. Der Nutzung für medizinische Zwecke (Balneologie/Badetorf) kommt eine bedeutende Rolle zu, mengenmäßig ist dies jedoch zu vernachlässigen. Wichtig, aber in Deutschland abnehmend, ist die Nutzung als Rohstoff für die Herstellung von Aktivkohlefiltern in den benachbarten Niederlanden (www.norit.com).

Die Torfgewinnungsmengen in Deutschland unterliegen starken jährlichen Schwankungen. Aufgrund entsprechender Abbaugenehmigungen und Witterungsbedingungen bewegen sich diese im Bereich von 4,5 Mio. (2008) und 8 Mio. m³ (2005) pro Jahr. Im Jahr 2012 wurden insgesamt 7,3 Mio. m³ Torf aus deutschen Lagerstätten gewonnen (1) .

Auf der Grundlage einheimischer Torfgewinnung und Verarbeitung des wertvollen Rohstoffs versorgt die deutsche Torf- und Humuswirtschaft nicht nur die inländische Nachfrage, sondern deckt darüber hinaus einen großen Teil der Nachfrage aus dem EU-Raum. Aufgrund fehlender Torfvorkommen sind Länder wie die Niederlande, Belgien, Frankreich und Italien vom Import stark abhängig um die gartenbauliche Produktion im selben Maße aufrechtzuerhalten.


Torfgewinnung und ImportBild Vergrößern
(2)



Die Abbildung belegt aber auch eine weitere Entwicklung. Seit Ende des vergangenen Jahrhunderts steigt der Import an Weißtorfen aus den seit 1989 unabhängigen baltischen Staaten. Dort musste sich die Torfindustrie von den verlorengegangenen russischen Absatzmärkten, die im Schwerpunkt der energetischen Nutzung dienten, umorientieren und deckt seither die parallel entstehende Lücke in der Weißtorfversorgung Westeuropas.
Mit der zuvor beschriebenen rückläufigen Entwicklung der deutschen Gewinnungsmengen ergeben die ansteigenden Importvolumina aus dem Baltikum ein geschlossenes Bild und decken die Nachfrage von bis zu 7 Mio. m³ für die Produktion von Kultursubstraten und Blumenerden in Deutschland.


Die Tendenz der jährlichen Gewinnung aus dem deutschen Torfabbau ist seit den 1980er Jahren insgesamt rückläufig(1) . Dies schlägt sich auch in der für den Abbau beanspruchten Fläche nieder. Waren nach Ergebnissen der Moorkartierung von 1970 bis 1983 (Schneekloth 1983) noch 32.500 ha in Niedersachsen im Abbau (13 Prozent der Moorflächen), so sind es nach Erhebungen des IVG (1) aktuell unter 12.000 ha, die sich im Abbau befinden.

Entwicklung der Abbauflächen in NiedersachsenBild Vergrößern
(1)


Entwicklung der gesicherten Rohstoffreserven, getrennt nach Weiß- und Schwarztorf für NiedersachsenBild Vergrößern
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(1) Schmatzler, E. (2012): Die Torfindustrie in Niedersachsen - Ergebnisse einer Umfrage zur Zukunft der Torfgewinnung in Niedersachsen, TELMA 42
(2) Industrieverband Garten e.V. 2016

News und Termine

11-05-2016

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17-12-2014

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22-07-2014

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