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Emissionen verschiedener Substratausgangsstoffe

Eine Studie, die die EPAGMA (Europäischer Torf- und Substratverband) bei dem renommierten Schweizer, auf Ökobilanzen spezialisierten Forschungsbüro Quantis in Auftrag gegeben hat, untersucht die Umwelteinflüsse unterschiedlicher Substratausgangsstoffe.
Bei der Erarbeitung der Life Cycle Assessments wurden insgesamt 9 Substratausgangsstoffe betrachtet (Rinde, Kokosmark, Grüngutkompost, Mineralwolle, Schwarz- und WeißtorfWeißtorf
wenige bis mäßig zersetzter Hochmoortorf. Zersetzungsgrad: H1-H6 (DIN 11 540)
, Perlite, Reisspelzen, Holzfasern). Dabei wurden Substratmischungen gewählt, deren Eigenschaften für die jeweiligen Anwendungsfelder identisch sind.
Die einzelnen Ausgangsstoffe wurden für den gesamten Lebenszeitraum bewertet, d.h. alle Stationen von der Gewinnung, Transport, Verarbeitung, Distribution, Nutzung bis zu ihrem sogenannten End-of-Life-Stadium. Dabei wurden z.B. bei Torf auch der Zustand der Gewinnungsfläche vor dem Abbau und die Renaturierung mit in die Bewertung einbezogen, wobei auch Alternativnutzungen der Lagerstätte mit kalkuliert wurden. Die Bewertung erfolgte hinsichtlich folgender Kategorien:
  • der Beeinträchtigung des Klimaschutzes
  • der Qualität des Ökosystems (z.B: Biodiversität, Gewässerschutz, Landverbrauch)
  • des Rohstoffverbrauchs (nicht nachwachsende Rohstoffe)
  • der menschlichen Gesundheit (z.B. gesundheitsschädigend, krebserregend, Ozon)

Die Untersuchung zeigte, dass alle Ausgangsstoffe und somit die aus ihnen hergestellten Substrate einen Einfluss auf alle vier genannten Indikatoren haben, diese aber unterschiedlich gewichtet sind.

  • Die Analyse zeigte, dass kein Ausgangsstoff als der am meisten oder am wenigsten Beeinträchtigende identifiziert werden kann.
  • Für viele Ausgangsstoffe spielt deren Transport eine signifikante Rolle hinsichtlich der Umweltbeeinträchtigung. Diese Beeinträchtigung trifft für alle Fertigsubstrate bei deren Absatz/Verteilung zu.
  • Torf hat einen höheren Einfluss auf den Klimawandel, während Grüngutkompost und Mineralwolle einen höheren Einfluss auf die menschliche Gesundheit haben.


Die größte Beeinträchtigung für das Ökosystem verursacht Kokosmark/Koksfasern wegen des Landverbrauchs und des weiten Transports, bei dem hohe Emissionen entstehen. Vergleichsweise gut schneidet Torf ab bei der "Qualität des Ökosystems", weil die Verbesserung der Flächen durch die Wiedervernässung mit betrachtet werden muss. Für die Herstellung von Grüngutkompost fallen hohe Emissionen an. Ins Gewicht fallen insbesondere die Transportwege des dezentral anfallenden Schnittgutes zu einer zentralen Kompostierungsstelle sowie der anschließende Transport des vergleichsweise schweren Materials (deutlich höhere Schüttdichte als Torf) zur weiteren Verwendung. Die Substitution einzelner Zuschlagstoffe führt nur bedingt zu einer Verringerung der Umweltauswirkungen. Wird beispielsweise Torf durch Kokosfasern ersetzt, sinkt zwar der negative Einfluss auf den Klimawandel, gleichzeitig jedoch steigen die negativen Auswirkungen auf den Parameter "Qualität des Ökosystems".

Die besten Effekte werden erzielt durch:
  • Verringerung der Transportwege durch ein intelligentes Stoffstrommanagement
  • Entwicklung neuer Produktionstechnologien
  • Priorisierung von bereits entwässerten Torflagerstätten und zeitnaher Renaturierungsmaßnahmen nach der Torfgewinnung zur Vermeidung unerwünschter Treibhausgasemissionen


Zum Nachlesen steht für Sie die komplette Studie im Downloadbereich zur Verfügung

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