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Perspektiven

Der durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geförderte Ausbau regenerativer Energien führt zunehmend zu einer wachsenden Konkurrenzsituation um die verfügbaren Rohstoffe und Flächen zwischen der Energiewirtschaft und Substratbranche. Durch die energetische Verwertung möglicher alternativer Substratausgangsstoffe sinkt deren Verfügbarkeit und führt gleichzeitig zur Preissteigerung.

Bei Komposten wird beispielsweise der Holzanteil zur Verbrennung in Biomasseheizkraftwerke herausgesiebt, wodurch das Substrat an Struktur und somit an entsprechender Qualität für den Einsatz in Humussubstraten verliert. Zudem findet teilweise auch nicht holziges Material den Weg in die Heizkraftwerke. Darüber hinaus erfolgt häufig noch die Verwertung des krautigen Anteils durch Biogasanlagen.

Eine ähnliche Situation zeichnet sich bei Holzfasern und Rindenprodukten ab, die als wichtige Torfsubstitute zunehmend knapper werden. Der Einfluss der Energiepolitik und der Energiepreise lässt die Möglichkeiten einer stofflichen Verwertung sinken. Die Studie „Holzrohstoffbilanz Deutschland“ von Prof. Dr. Udo Mantau, Universität Hamburg, zeigte, dass 2010 über die Hälfte der holzartigen Biomasse der thermischen Verwertung zugeführt wurde.

Diese Konkurrenzsituation wird sich künftig weiter verschärfen und die Verfügbarkeit von Produkten wie Holzfasern, Rindenhumus oder Kompost immer mehr einschränken. Trotz der Bemühungen, mit intelligenten Stoffstrom- oder Managementkonzepten diesem Umstand gegenzusteuern, kann bereits heute von einer Verknappung dieser Stoffe gesprochen werden.

Insbesondere für die Verwendung in Baumschulsubstraten, als Bodenverbesserer aber auch als alternativer Ausgangsstoff für Blumenerden steht Rindenhumus nur sehr unregelmäßig zur Verfügung, sodass viele Erdenhersteller auf diesen Rohstoff verzichten müssen.

Gerade im Hinblick auf die Forderung nach Torfsubstituten ist hier feststellbar, dass mögliche Ersatzstoffe aktuell bei weitem nicht ausreichen, um nennenswerte Mengen an Torf zu ersetzen. Stattdessen wird sich die Situation der zurückgehenden Verfügbarkeit von alternativen Substratausgangsstoffen vermutlich weiter verschärfen.


Entwicklung der energetischen und stofflichen HolzverwertungBild Vergrößern
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Biomasse(heiz)kraftwerke - Anlagenbestand und installierte elektrische Leistung Bild Vergrößern
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(1) Mantau, U. (2012):Entwicklungen und Szenarien des Holzaufkommens und der Holzverwendung von 1987 bis 2015, Zentrum Holzwirtschaft, Hamburg
(2) Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, 2014

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