rentaurierung

Perspektiven

Die Ergebnisse einer aktuellen Studie des IVG lassen für den Torfabbau in Deutschland einen deutlichen Rückgang der Abbauflächen und Abbaumengen erwarten. Die in Deutschland benötigte Menge an Substraten und Erden beträgt rund 9 Mio m³. Die Lücke zwischen dem in Deutschland gewonnenem Rohstoff Torf und dem Bedarf wird also zukünftig immer größer.

Entwicklung der gesicherten Rohstoffreserven, getrennt nach Weiß- und Schwarztorf für NiedersachsenBild Vergrößern
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Die Erden- und Substratwerke sind seit über 30 Jahren in der Erforschung von alternativen Rohstoffen engagiert. Dennoch müssen seit den 1990er Jahren zunehmend Rohstoffe, insbesondere WeißtorfWeißtorf
wenige bis mäßig zersetzter Hochmoortorf. Zersetzungsgrad: H1-H6 (DIN 11 540)
aus dem Baltikum, importiert werden.

Dieser Entwicklung können in den kommenden Jahrzehnten zwei verschiedene Maßnahmen entgegengesetzt werden:
  • die Erschließung neuer Abbauflächen in Niedersachsen
  • der Einsatz von alternativen Rohstoffen

Für die Erschließung von Gewinnungsflächen sind im Landesraumordnungsprogramm Niedersachsens 2012 14.334 ha als Vorranggebiet für die Rohstoffsicherung Torf ausgewiesen. Diese Zahl ist allerdings als Brutto-Wert zu bewerten. Einige Bereiche sind bereits im Abbau, andere Bereiche werden z.B. durch Sicherheitsabstände zu Siedlungen nicht für einen Abbau in Frage kommen.

Der verstärkte Einsatz von alternativen Rohstoffen wird auch in Zukunft in starker Konkurrenz zu den subventionierten erneuerbaren Energien stehen. Hier sind politische Signale für die stoffliche Verwertung gefragt.
Das Sphagnum farming wird seit 2004 von der Torfindustrie in Zusammenarbeit mit der Universität Greifswald, dem LBEG, der Landwirtschaftskammer Hannover und dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz entwickelt. Hier könnte eine Perspektive für den Anbau von nachwachsenden Rohstoffen auf Torfstandorten unter nassen Bedingungen (Paludikultur) entstehen. Hierfür bedarf es aber noch Jahrzehnte an Entwicklungszeit, auch wird das Sphagnum farming den Rohstoff Torf nicht vollständig ersetzen können.
Feldversuch Sphagnum-FarmingBild Vergrößern
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(1) Schmatzler, E. (2012): Die Torfindustrie in Niedersachsen - Ergebnisse einer Umfrage zur Zukunft der Torfgewinnung in Niedersachsen, TELMA, Bd. 42, S.27-42. Hannover
(2) Bild aus: http://www.euronatur.org/uploads/media/Vilm_2009_Gahlert_Publ_02.pdf

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