rentaurierung

Folgenutzung

Die Folgenutzung des Torfabbaus wird heute in der Abbaugenehmigung rechtsverbindlich festgeschrieben. Entsprechende fachliche Vorgaben für das Genehmigungsverfahren sind in der Arbeitshilfe zur Anwendung der Eingriffsregelung bei Bodenabbauvorhaben zwischen dem damaligen Niedersächsischen Umweltministerium, dem Landesamt für Ökologie und der Industrie erarbeitet worden.

Bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts wurden Abbauflächen meist in eine landwirtschaftliche Folgenutzung überführt. Mit dem aufkommenden Naturschutz änderte sich diese Praxis, für die Flächen wird seither eine Naturschutz-Folgenutzung geplant.
Vorrangiges Ziel ist für die Folgenutzung nach Torfabbau die Hochmoorregeneration.
Die Hochmoorregeneration setzt eine erfolgreiche Wiedervernässung, nährstoffarme Bedingungen und ein Samenpotential der Hochmoorvegetation voraus. Diese Entwicklung findet bisher auf Abbauflächen statt, die keine landwirtschaftliche Vornutzung hatten.
Auf landwirtschaftlichen vorgenutzten Flächen verläuft die Entwicklung der Vegetation mit der Vernässung zunächst in Richtung von Nieder- oder Übergangsmoorgesellschaften. Ziel der Torfindustrie ist es, durch hohe Anforderungen an die Abbautechnik die landwirtschaftlichen Vorbelastungen (Nährstoffeinträge, Samenpotential) möglichst weitgehend aus der Fläche zu entfernen und in der Folgenutzung entsprechend schnell eine Hochmoorentwicklung einzuleiten.
Für Flächen, auf denen die natürlichen Voraussetzungen keine Vernässung zulassen, werden andere natürliche Entwicklungen geplant.
Der Leitfaden zur Zulassung des Abbaus von Bodenschätzen (Anlage 3 (1) ) sieht als alternative Möglichkeit zur Wiedervernässung die Rekultivierung auf Resttorfen zur extensiven Grünlandnutzung vor.

Die technischen Details der Wiedervernässung wurden durch das Niedersächsische Landesamt für Bodenforschung NLfB (heute LBEG) in den Geofakten 14 (2) zusamengetragen.

Die Wiedervernässung ist nach Abbauende technisch in wenigen Wochen bis Monaten vorzubereiten. Die Moorhydrologie wird sich anschließend im Verlauf von ein bis drei Jahren wieder einstellen.
Die Vegetationsentwicklung im Rahmen der Hochmoorregeneration beginnt mit Schlenken und Schwingrasengesellschaften. Insbesondere das schmalblättrige Wollgras (Eriophorum angustifolium Honck.) und das Spieß-Torfmoos (Sphagnum cuspidatum EHRH. EX HOFFM.) prägen diese Entwicklung und bauen über einige Jahre bis Jahrzehnte ein AkrotelmAkrotelm
Akrotelm: (griech.: akros = höchst; telma = Sumpf) Beschreibt den oberen Bereich des Moorbodens (Vegetationsschicht - Torfbildungshorizont)
auf. Wenn die Moorwasserstände in dieser lebenden Schicht des Moores stabil sind und sich pH-Wert und Nährstoffarmut eingestellt haben, können sich Bultgesellschaften etablieren und schließen somit die Regeneration eines torfbildenden, wachsenden Hochmoores ab.
Erste Beispiele für diese Entwicklung sind in Norddeutschland vorhanden.
renaturierte AbbauflächeBild Vergrößern
TorfmoosBild Vergrößern




Die Bilddokumentationen „Moorland I + II“ sowie „Regenland“, Autoren Barbara und Eckhard Schmatzler, zeigen eindrucksvoll die Erfolge niedersächsischer Moorrenaturierungen nach Torfgewinnung.

Moorland



Regenland







(1) Niedersächsisches Umweltministerium 2008: Leitfaden zur Zulassung des Abbaus von Bodenschätzen unter besonderer Berücksichtigung naturschutzfachlicher Anforderungen. 3. Auflage. Hannover
(2) NLfB 2004: Geofakten 14. Praktische Hinweise zur optimalen Wiedervernässung von Torfabbauflächen. Hannover

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